KurzGefasst: Wie Psychedelika die visuelle Wahrnehmung verändern

Shownotes

Warum erleben Menschen unter psychedelischen Substanzen visuelle Halluzinationen – und welche neurophysiologischen Mechanismen stecken dahinter? In dieser Folge von „KurzGefasst" besprechen wir eine aktuelle Studie aus Communications Biology, die erstmals zeigt, wie psychedelische 5-HT2A-Rezeptor-Agonisten rhythmische Oszillationen im visuellen Kortex modulieren.

Im Mittelpunkt steht ein innovativer Ansatz mittels optischem Voltage-Imaging, bei dem die elektrische Aktivität von Pyramidenzellen über große Kortexareale hinweg in Echtzeit gemessen wird. Wir diskutieren, wie die Gabe von 5-HT2A-Agonisten spontane und visuell evozierte 5-Hertz-Oszillationen verstärkt, die zeitliche Kopplung zwischen visuellem und retrosplenialem Kortex erhöht – und was dies über verstärkte Top-down-Kontrolle der Wahrnehmung aussagt.

Erfahren Sie, welche Bedeutung diese Ergebnisse für das Verständnis von Halluzinationen bei psychiatrischen Erkrankungen und Substanzkonsum haben, welche methodischen Einschränkungen bei Mausstudien zu beachten sind – und was das für die Erforschung veränderter Bewusstseinszustände bedeuten könnte.

Quelle:
White CM et al. Communications Biology. 2025. doi:10.1038/s42003-025-09492-9

Dieser Podcast wird mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt.

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Transkript anzeigen

00:00:11: Ein Patient berichtet von visuellen Halluzinationen, Muster die sich bewegen, Farben die pulsieren, Objekte die sich verformen.

00:00:20: Was genau geschieht in diesem Moment?

00:00:24: Eine aktuelle Studie aus Communications Biology bringt uns der Antwort einen Schritt näher und zeigt dass die Mechanismen hinter veränderten Wahrnehmungszuständen vielleicht eleganter sind als wir dachten.

00:00:36: Forscher um Callum White und Dirk Yanke haben untersucht, wie psychedelische Substanzen die Aktivität im visuellen Cortex verändern.

00:00:45: Ihre These geht davon aus dass das Gehirn in einem ganz bestimmten Rhythmus schwingt konkret bei etwa fünf Herz also fünf Schwingungen pro Sekunde.

00:00:54: Das Studiendesign nutzte optische Voltage Imaging Technologie an wachen Kopf fixierten Mäuschen.

00:01:01: Mit genetisch kodierten Spannungsindikatoren konnten die Wissenschaftler die elektrische Aktivität von Pyramidenzellen in Echtzeit über große Bereiche des Cortex sichtbar machen, ein enormer Vorteil gegenüber klassischen Elektroden, die nur punktuell messen.

00:01:17: Die Forscher fokussierten sich auf zwei Hirnareale, den primären visuellen

00:01:21: Cortex-V.I.,

00:01:23: wo visuelle Informationen ankommen und den retrosplänialen Cortax RSC – ein Assoziationsareal für Gedächtnis und räumliche Navigation.

00:01:33: Sie untersuchten spontane Aktivität und Reaktionen auf visuelle Reize Vor- und nachgabepsychotropa fünf HTII-A Rezeptoragonisten wie DOI oder TCB II.

00:01:47: Die Stärke liegt in der hohen, räumlichen und zeitlichen Auflösung – die Limitation ist der eingeschränkte Transfer von Maustudien auf den Menschen.

00:01:56: Die Ergebnisse sind bemerkenswert!

00:01:58: Schon unter normalen Bedingungen treten im visuellen Cortex kurze Episoden von fünf Herzostylationen auf, sowohl spontan als auch visuell evoziert.

00:02:09: Diese Schwingungen kommen in Schüben wie Wellen durchs Gehirn.

00:02:13: Nach Gabe der Fünf-HT IIa Argonisten änderte sich das Bild dramatisch.

00:02:18: Die ratisch spontaner fünf Herz-Ozillationen stieg hoch signifikant an, die visuell evozierten Oscillationen wurden stärker, dauerten länger und traten häufiger auf.

00:02:29: Besonders faszinierend ist die zeitliche Kopplung – die fünf Herzoscillation in dem visuellen Cortex Traten Synchronen mit Oszillationen im Retros plenialen Cortex auf, mit einer Verzögerung von etwa achtzehn Millisekunden.

00:02:44: Zwei Hirnareale mit unterschiedlichen Aufgaben kommunizieren

00:02:48: miteinander.".

00:02:49: Die Autoren interpretieren diese verstärkte Kopplung als verstärkte Top-Down-Kontrolle.

00:02:55: Höhere Hirnareale greifen stärker in die Verarbeitung visueller Informationen ein, das könnte erklären warum Menschen unter Psychedelika visuelle Halluzinationen erleben.

00:03:06: Das Gehirn füllt visuelle Informationen aktiver auf – das sogenannte Perceptual Filling In.

00:03:14: Statt nur zu verarbeiten, was die Augen sehen projiziert das Gehirn zunehmend eigene Inhalte.

00:03:20: Für die Praxis ist es relevant wenn Patienten über Halluzinationen berichten unter Substanz-Einfluss bei psychiatrischen Erkrankungen oder neurodegenerativen Prozessen.

00:03:31: Die Studie zeigt messbare reproduzierbare Veränderung neuronaler Oszillationen, die mit verändertem Wahrnehmungszuständen einhergehen.

00:03:41: Natürlich bleiben Fragen offen Treten ähnliche fünf Herz-Ostylationen beim Menschen auf?

00:03:46: Welche Rolle spielen sie bei Schizophrenie oder migräne Aura, könnten diese Oszillationen therapeutisch moduliert

00:03:53: werden?".

00:03:54: Die Studie öffnet ein Fenster in die Feinmechanik der Wahrnehmung und zeigt dass Halluzinationen nicht Chaos im Gehirn sind sondern hochorganisierte rhythmische Prozesse.

00:04:06: Psychedelische Fünf-HT, zwei A-Agonisten verstärken fünf Herzostzillationen im visuellen und retrosplenialen Cortex.

00:04:15: Diese Modulation könnte ein neurophysiologisches Korrelat für visuelle Halluzination darstellen – ein besseres Verständnis von Wahrnehmungsstörungen und vielleicht eines Tages neue Ansatzpunkte für deren Behandlung.

00:04:29: Das war kurz gefasst von MGO Medizin.

00:04:31: Vielen Dank fürs Zuhören!

00:04:33: Und bis zur nächsten Folge.

00:04:35: Die Quelle dieser Studie finden Sie in der Beschreibung dieser Podcastfolge.

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