Augenheilkunde im globalen Süden: Eine Herausforderung für Entwicklungshelfende | Expertentalk

Shownotes

Was braucht es, um Augenheilkunde dorthin zu bringen, wo sie am dringendsten gebraucht wird? Und welche Rolle spielt dabei internationale Zusammenarbeit?

Rosemarie Frühauf spricht mit Dr. Heiko Philippin vom Universitätsklinikum Freiburg, Ophthalmologe mit langjährigem Engagement in der Entwicklungsarbeit in Afrika, über Versorgungslücken im globalen Süden und die Frage, wie man Patientinnen und Patienten erreicht, die unter schwierigeren Bedingungen an denselben Erkrankungen leiden wie wir.

Was bedeutet es, medizinisches Wissen an ein Gesundheitssystem weiterzugeben, das mit einem Bruchteil der verfügbaren Ressourcen auskommen muss? Welche Rolle spielen Ausbildung, Bewusstsein und kreative Versorgungsmodelle, wenn auf eine Million Menschen nur vier Augenärzte kommen?

Erfahren Sie, wie Wissenstransfer und kreative Herangehensweisen dazu beitragen, das Sehvermögen in Ländern mit eingeschränkter medizinischer Versorgung zu bewahren. Freuen Sie sich auf ein Gespräch, das zeigt, wie nachhaltige Entwicklungsarbeit in der Augenheilkunde funktioniert – und warum jede einzelne Ärztin und jeder einzelne Arzt vor Ort eine Wellenwirkung hat.

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Transkript anzeigen

00:00:00:

00:00:09: Herzlich willkommen Heiko Philippin vom Universitätsklinikum Freiburg.

00:00:15: Ich freue mich sehr, heute Sie zu begrüßen weil sie eben ein Experte sind was die ofthermologische Entwicklungsarbeit betrifft.

00:00:24: Ja vielen Dank für die Einladung!

00:00:26: Ich freu mich wenn Sie uns etwas erzählen über Ihren neusten Abenteuer in Afrika.

00:00:31: Sie sind ja auch speziell engagiert auf dem Fachgebiet Glaucom in Afrika.

00:00:38: Was machen Sie da genau und wie sieht das aus?

00:00:41: Ja, wenn sie jetzt direkt nach dem neuesten Fragen oder aktuell meinen.

00:00:45: nächsten Reise in wenigen Wochen oder eigentlich schon Tagen wird mich in den Norden Hansa Nias führen.

00:00:52: Moschi gibt es eine größere Uniklinik quasi des Kilimanjaro Christian Medical Center.

00:00:57: Und mit der Augenabteilung haben wir auch hier an der Klinik für Augenheit eine Partnerschaft Und da haben wir gemeinsam mit einer ehemaligen Kollegin, die dort Oberärztin ist, Gelder eingeworben für ein Projekt um die Versorgung der Bevölkerung in Kilimanjau-Regionen.

00:01:18: Mit Klaukvom zu verbessern und die Kollegin macht damit auch ihren PhD, um eben anderen auch dort quasi die Professorenlaufbahn dann einzuschlagen.

00:01:31: Das wäre das aktuellste, was mir jetzt auch wieder dort hinführt.

00:01:37: Sehr schön!

00:01:39: Was treibt Sie an sich auf dem Gebiet des Klaukums ausgerechnet dort zu engagieren?

00:01:44: Das machen sie ja schon eine ganze Weile.

00:01:48: Also insgesamt... Es sind ja quasi neunzig Prozent der Menschen mit C-Behinderungen von Erkrankung betroffen, die sich entweder vermeiden lassen oder behandeln lassen und die meisten also auch noch die Prozent tatsächlich dieser Menschen leben ja in Entwicklungsländern oder in einkommensschwachen Regionen.

00:02:11: Und das ist natürlich eine riesen Chance was mich letztlich auch antreibt, eben diese Chance zu nutzen.

00:02:19: Und Glaukrom gehört dazu.

00:02:20: den häufigsten Erkrankungen, also neben Kornstraßen, Katarakt und auch Refraktionsfehlern, unkorrigierten Refraktationsfehleren kommt dann schnell.

00:02:30: das Glaukom ist aber gleichzeitig schon sehr komplex bei der Kataragmissber relativ genau, was es zu tun gibt natürlich bei den Refraktionen.

00:02:40: Fehlern, aber Glaukom ist schon noch sehr komplex und herausfordernd.

00:02:45: Und das fand ich so einfach ein sehr spannendes Thema was auch sagen wir vielleicht besonders auch Engagement braucht und deswegen ist es schon länger so.

00:02:59: mein Steckenpferd.

00:03:01: Ja.

00:03:02: also bei der Herausforderung.

00:03:05: Die Herausforderung bei der Behandlung von Glaucomen in den Ländern des globalen Südens, die sind ja sehr vielschichtig.

00:03:10: Das geht dabei los im Sinne von die Bevölkerung weiß gar nichts über die Krankheit sucht dann Hilfe wenn es schon viel zu spät ist bis zu also den grundlegenden medizinischen Versorgungsmöglichkeiten.

00:03:25: Wo setzt man denn genau an damit die größte Hebelwirkungen entsteht?

00:03:30: In diesem Cocktail auch Schwierigkeiten?

00:03:33: Ja, genau.

00:03:34: Also im Grunde die zwei Hauptherausforderungen sind zum einen die Patienten kommen zu spät und dann ist eben die Behandlung auch lückenhaft.

00:03:44: Und also wenn wir jetzt für den Patienten selber eigentlich gibt es da auch nur selten.

00:03:52: eine One-Size-Fits or Lösung oder die allgemeine Patentlösung für alle Patientens ist immer eine individuelle Entscheidungen, wenn die Patienten sich mal vorstellen wie es optimalerweise für sie weitergeht und um Patenten früher zu finden versuchen wir dann halt verschiedene Möglichkeiten zu finden vielleicht günstiger Untersuchung durchzuführen auch im telemedizinischen Bereich eben dass die wenigen Kliniken dies gibt.

00:04:22: Dass die mehr Möglichkeiten haben in entlegener Regionen über über Satelliteneinrichtungen sozusagen, Patienten auch untersuchen zu lassen oder dass man allgemeine Gesundheitsstationen eben mit Geräten oder so versorgt die dann auch früher das Glaupfromedecken könnten natürlich auch neben anderen Erkrankungen.

00:04:45: Der Haupthebel aber wenn Sie danach fragen der Haupthebe ist eigentlich die Ausbildung, dass wir uns einfach in der Ausbildung von Kollegen dort mehr einbringen, dass mehr Kollegen vor Ort die Versorgung leisten können, mehr Kollegen vor Ort operieren können und damit plötzlich auch mehr Patienten mit Glaukom und vielen anderen Erkrankungen dann gut behandelt werden.

00:05:10: Was haben Sie persönlich schon erlebt?

00:05:13: Wenn es jetzt um die Überbrückung des Unterschieds von der hochentwickelten Medizin und dieser Pionierarbeit ging, da haben sie sicher schon über ein Jahrzehnt lang mit beschäftigt.

00:05:24: Was sind da sozusagen die größten Kulturschocks oder auch die Dinge, die wir als bestliche zivilisierte, hochzivilisierter Mediziner jetzt gar nicht auf dem Schirm haben?

00:05:34: Ja also was schon immer wieder sehr hart ist zu erleben wie wenig einfach den Menschen dort überwiegend zur Verfügung haben und in welchen Verhältnissen Leben.

00:05:53: Also viele sind auch trotzdem, die sehen jetzt nicht immer natürlich per se unglücklich.

00:05:59: aber gerade wenn es um die Gesundheitsversorgung geht ist das schon sehr, sehr hart.

00:06:03: oft und das ist natürlich auch hart damit zu erleben, wenn man weiß da hätte wir mehr machen können und sie hat halt leider nicht stattfinden können aus vielen verschiedenen Gründen.

00:06:16: ja also manchmal die Armut, mit der man da konfrontiert wird.

00:06:24: Das ist schon immer wieder hart.

00:06:28: Und die medizinische Ausstattung ist an und für sich natürlich auch schwankend aber die ist schon gut.

00:06:39: Ich habe insgesamt zwölf Jahre in Ostafrika gearbeitet als Mitarbeiter der CBM.

00:06:46: Und wir waren eigentlich jetzt mal medizinisch immer auch gut ausgestattet und konnten die Arbeit machen, und da waren ja nicht die einzigen.

00:06:54: Natürlich gibt es Schwankungen, haben sie schon recht.

00:06:56: Und natürlich gibt's da auch noch vieles anderes was wir hier in Deutschland zur Verfügung haben, das dort vielleicht nicht so auf zur Verfügung steht aber insgesamt konnten wir sehr gute medizinische Arbeit machen.

00:07:08: Sonst wäre es natürlich auch noch schwieriger

00:07:12: Wie behandelt man Glaukom jetzt in einem Land wie Tanzania, wenn jetzt alles etwas schwieriger ist?

00:07:18: Von Medikamenten bis zu Adherenz bis zur Sicherstellung dass man den Patienten kontrolliert kriegt die Entfernungen etc.

00:07:30: Ja also auch da ist es meistens so, dass man sich einfach dem Patienten widmen muss der Vorein sitzt und dann manchmal auch noch den zwei Augen die auch unterschiedliche Lösungen brauchen.

00:07:42: Und ja wie Sie schon anklicken lassen natürlich ist oft die Entfernung ein Thema und auch die Ressourcen sind ein Thema.

00:07:52: Dann läuft's meistens darauf aus das man eben mit Augen tropfen anfängt wie hier.

00:07:59: Aber da ist die Auswahl nicht ganz so groß, aber Timolol augentropft sich immer zur Verfügung.

00:08:03: Prosta Glandine auch je nachdem wenn Versicherungsschutz besteht was er freundlicherweise auch im häufiger ist hat man dann auch mehr Möglichkeiten.

00:08:14: oder eine Laserbehandlung.

00:08:15: wir haben ja auch eine Studie durchgeführt zu SLT die sehr erfolgreich war Im Sinne von der Drucksenkung bei Patienten dort, auch das ist eine Möglichkeit für größere Zentren die SLT dann anzubieten.

00:08:32: Auch bei entsprechenden Behandlungszahlen kann man es auch kostendeckend und trotzdem relativ günstig dann anbieten oder über die Versicherung abrechnen.

00:08:40: aber bei manchen Patienten ist es so gut dass wir einfach relativ rasch auch drucksenkend operieren muss wenn man weiß die Chancen dass da regelmäßig Augentropfen genommen werden können, sind relativ gering.

00:08:54: Dass man dann doch früher auch operiert und da steht dann meistens eben der Goldstandard eigentlich zur Verfügung die Trapegolectomie, die auch nicht viel an Ressourcen benötigt im Wesentlichen eben der Faden und die Expertise natürlich auch mit der wir auch schon auch relativ gute Erfahrungen machen.

00:09:12: Nachsorge ist natürlich zunächst wichtig aber Dann ist es schon auch eine gute Möglichkeit.

00:09:18: Aber auch da wieder ist wichtig, natürlich mehr Kollegen auszubilden die dann auch die Operation gut durchführen können und anderes.

00:09:28: Ich habe über den Katarakt gelesen dass in Afrika sozusagen dann Spätstadien operiert werden, die jetzt deutsche Ärzte hier niemals zu Gesicht bekommen würden.

00:09:40: Wie ist das beim Glockholm?

00:09:42: Unterscheiden sich da die Phinotypen oder Dinge, die da auftreten.

00:09:47: Inwiefern unterscheidet sich das von dem, was Sie von hierher gewohnt sind?

00:09:52: Ja, es ist schon tatsächlich so, dass also allgemein die meisten Augenerkrankungen, die man dort sieht, als viel weiter fortgeschritten sind als jetzt hier.

00:10:03: Wobei es dadurch aus Überschneidung gibt.

00:10:05: an der Klinik in Freiburg sehen wir auch leider ein Patent mit Fortgeschrittem und Glaukom.

00:10:12: Und dort ist aber der Anteil viel höher, dass es glaube ich schon sehr weit fortgeschritten ist.

00:10:18: Also oft leider schon ein Auge komplett verloren und das zweite Auge deutlich eingeschränkt.

00:10:30: Das sieht man hier schon sehr selten.

00:10:33: Es ist dort relativ häufig meistens eben weil es doch für Patienten relativ teuer ist überhaupt zu klinik zu kommen oder manchmal auch weil das Wissen eben nicht da ist, dass man was machen könnte.

00:10:45: Zumindest ja die Sehverschlechterung herauszuzögern und da ist es insgesamt schon so, dass die meisten Erkrankungen vorgeschrittenen Stadien quasi zu sehen sind von den Typen.

00:11:04: Das hängt tatsächlich so von der Ethnie auch ab.

00:11:07: Es gibt dann Ethniens mit Ruch zum Beispiel eine Form dieses Pseudoexfolizationsklaukroms sehr häufig ist.

00:11:15: Andere wiederum haben sehr häufig einen hohen Druck oder in manchen Bevölkerungsgruppen sind die Patienten auch allgemein jünger als zum Beispiel hier, aber es gibt auch dann Bevölkerungskruppen.

00:11:28: da ist das Spektrum jetzt von den Untertypen relativ ähnlich wie hier.

00:11:35: Wie sieht denn jetzt gerade die Klinik-Operation zwischen Freiburg und Tanzania aus?

00:11:42: Und was haben Sie jetzt schon gemacht, um Kolleginnen und Kollegen auszubilden.

00:11:49: Also wir haben hier ja in Freibur zwei Partnerschaften neben anderen Kliniken in Deutschland, die auch mehr einige Partnerschaft haben.

00:11:58: Insgesamt ist das finde ich ein sehr attraktives und tolles Modell Voneinander zu lernen, aber auch eben sich im Bereich Ausbildung und auch Forschung zu engagieren.

00:12:09: Bei uns ist es so dass wir schon länger eine Partnerschaft haben mit dem Klimawandel Christian Medical Center eben wo ich selber auch neun Jahre gearbeitet habe in Norden Tansanias und dort das Kollegen dort zu Besuch waren im Prinzip dann auch im OP oder in der Ambulanz mit unterrichtet haben oder wir auch teilweise deinen Kollegen hier auch schon hatten, im März für einen Observership.

00:12:41: Genau und ein Projekt das hatte ich ja vorhin schon kurz geschrieben ist jetzt auch zum Beispiel, dass eine Kollegin eben dort verschiedene Forschungsprojekte durchführt.

00:12:53: Auch für ihre PhD und ich bin einer sozusagen der Betreuer dann für ihren PhD.

00:13:01: Ich habe selber einen PhD gemacht und das eben so verschiedene Möglichkeiten sind sich auszubilden.

00:13:11: in Ghana haben wir auch eine Partnerschaft an University of Cape Coast.

00:13:19: Dort haben wir gemeinsam mit den Kollegen auch Gelder eingeworben von der Wählungsstiftung, um ein Elektrophysiologie-Labor bzw.

00:13:31: Vision Science Lab aufzubauen.

00:13:33: und das hat eigentlich auch angefangen, dass ein Kollege von dort der Dr.

00:13:39: Anja Morny hier seinen Postdoc gemacht hat nachdem man PSD in England schon gemacht hatte bei Professor Heinrich hier in der Elektrophysiologie und daraus eben das Projekt die Partnerschaft gewachsen ist.

00:13:53: Der Dr.

00:13:54: Morny ist jetzt zurück, schon länger ist dort auch jetzt Abteilungsleiter in der Optometrie.

00:14:01: Wir haben jetzt eben die Partnerschaft vor allem, um dort in den Aufbau des Bereichs Seeforschung dann zu unterstützen.

00:14:08: Und meistens ist es ja auch so dass Forschungen und Ausbildung Hand-in-Hand gehen.

00:14:14: Das natürlich dann auch dort mit dem Unterricht für Medizinstudenten wird sagen.

00:14:19: Mit dem Unterlicht für Assistenzärzte, die dann auch natürlich auch von solchen Projekten profitieren.

00:14:27: Ist die Ausbildung zum Augenarzt?

00:14:30: In Tanzania vergleichbar mit wem, wie wir hier in Deutschland vorgehen?

00:14:35: Insgesamt schon.

00:14:37: Aber natürlich gibt es da Unterschiede.

00:14:39: Also jetzt zum Beispiel in Tanzania, was Sie jetzt ansprechen am KCMC haben wir eine Mischung verschiedener Lehrpläne orientiert.

00:14:49: Es war eine viererige Ausbildung die natürlich auch sehr starken Fokus darauf hat dass alle dann auch Katarakt operieren können und auch die Travellolektomie und ähnliches durchführen können, aber eben etwas kürzer als in Deutschland.

00:15:07: Dann zu den vier Jahren hat auch eine Forschungsarbeit gehört.

00:15:11: Das ist dann was ja hier schon oft im Medizinstudium stattfindet und dann später in Assistenzausbildung einzelne Studien vielleicht durchgeführt werden, aber es jetzt nicht Teil des Curriculums.

00:15:25: also gibt's schon Unterschiede.

00:15:28: Aber dort eben waren die auch insgesamt sehr motiviert und das fachliche Niveau war auch hoch mit den Standardlehrbüchern, die wir hier auch einsetzen.

00:15:46: Die wurden genauso natürlich die englischen Varianten auch dort eingesetzt.

00:15:50: Okay, das heißt wer in Tanzania einen Augenarzt, Facharzt hat der kann sozusagen schon die gängigsten Dinge machen wie Katarakt oder Glaukum.

00:16:01: Der kann also schon Hand anlegen um Menschen zu helfen.

00:16:05: Ja, auf jeden Fall erfreulicherweise gibt es auch immer mehr Möglichkeiten dort, die Ausbildung zum Augenarzt zu machen.

00:16:16: Also anfangs war es im Wesentlichen des KCMC oder das ist auch schon lange ein Partner der CBMS, die auch da auch Stipendien ja vergibt für die Ausbildung.

00:16:28: aber inzwischen ist es z.B.

00:16:30: auch immer mehr Mojim Wili und Kollegen Edwin Wanza, die jetzt sich beworben haben um auch die Auszubildungen durchzuführen Was auch schön ist, die meisten dann auch dort arbeiten sind quasi auch von KCMC ausgebildet worden.

00:16:48: Also dass man sieht das jetzt die Leute vor Ort ausgebilt wurden, jetzt selber Landsleute sozusagen ausbilden und sich so auch, weil sie das schöne Wort Hebel schon benutzt haben, der Hebel sich nochmal weiter verstärkt.

00:17:04: Das ist ja wunderbar!

00:17:06: Und was haben Sie persönlich mal gelernt auf Ihrer Reise oder bei ihrem Wirken, bei Ihrem langjährigen Wirken dort.

00:17:17: Was haben Sie als Arzt und Mensch mitgenommen?

00:17:20: Ja also natürlich vieles komme viele Gedanken.

00:17:28: Also insgesamt ja was ich eingangs schon erwähnt habe wir als Augenärzte haben schon eine tolle Fachrichtungen mit riesen Chancen auch in Deutschland, aber auch weltweit Blindheit und Zeebehinderung zu verhindern.

00:17:48: Das ist schon sehr faszinierend!

00:17:50: Und das ist dort natürlich eine tolle Erfahrung, es so erleben zu dürfen und Kollegen dann auszubilden.

00:18:03: vielleicht auch so menschlich, was wir dort viel finde ich lernen kann ist aber auch der Wert von Familie, von Zusammenleben und von Gemeinschaft.

00:18:15: Der sehr hochgehalten wird, das vielleicht Bereiche sind wo ich manchmal denke hier da können wir uns eine Scheibe davon abschneiden.

00:18:23: also es geht in alle Richtungen insgesamt.

00:18:28: Wir haben dann auch dort unsere... Also wir sind zu zweit damals ausgereist vor Also ja, vielen Jahren.

00:18:35: Und dann zu sechs wiedergekommen auch für uns als Familie war das eine wertvolle Zeit und tolle Zeit.

00:18:41: Unsere Kinder sperren auch noch heute davon einfach in einer ganz anderen Welt aufgewachsen zu sein.

00:18:49: Und natürlich jede Welt hat ihre Vor- und Nachteile.

00:18:53: aber jetzt dann war es schon sehr wertvoll und gerade eben bis heute die Beziehungen und Freundschaften, die wir haben und das damals zu erleben.

00:19:04: Ja, klasse!

00:19:06: Mich interessiert jetzt noch... Wir hatten es vorhin im Vorgespräch von den kreativen Modellen mit denen die Afrikaner dann einfach versuchen, die Kompetenz möglichst breit zu streuen um möglichst vielen Menschen zu helfen.

00:19:19: Ich bin gestolpert über das Modell der Ein-Nurse.

00:19:22: Können Sie mal erklären was ist da jetzt ich sage jetzt mal zwischen dem Augenärzt Helfenden Menschen da noch für Abstufungen gibt, die wir hier so gar nicht haben oder kennen?

00:19:35: Genau.

00:19:36: Also den Augenarzt gibt es ja quasi dort auch den Of-Tamologen.

00:19:41: und dann aber solche anderen Kader zum Beispiel Assistant Medical Officers oder auch Cataract Surgeons.

00:19:51: immer zu leicht andere Bezeichnungen, je nachdem in welchem Land.

00:19:54: Die dann eben fokussiert auf die drängendsten Probleme in der Ausbildung haben, die dann aber auch kürzer ist, die zum Beispiel hauptsächlich Kanarakter operieren oder vor allem konservativ tätig sind oder kleinere Augenstationen führen.

00:20:12: die dann idealerweise auch in Verbindung sind mit größeren Kliniken, die einfach weit weg sind.

00:20:17: Aber zumindest Vorarbeit und Nacharbeit leisten.

00:20:21: wenn dann Teams von der Klinik kommen dass das eben schon eine gewisse Grundversorgung vor Ort ist Und dann kommt ein Team operiert auch vor Ort bringt vielleicht noch mehr Augentropfen mit und kommt so alle drei Monate und dann die Überbrückungen kann dann... Das muss nicht dort unbedingt immer ein Augenarzt sein.

00:20:43: Natürlich wäre es gut und schön, aber eben wenn es insgesamt nicht genug gibt macht das dann teilweise Sinn auch andere Kader da auszubilden oder einzuführen.

00:20:57: Das hängt aber auch immer vom Land ab.

00:20:59: Es ändert sich natürlich über die Zeit.

00:21:02: Erfreulicherweise werden auch immer mehr Augenarzte ausgewillt.

00:21:06: Die Zahlen haben sich schon verbessert, aber sie sind immer noch ein Riesen.

00:21:11: Bedarf, aber da eben gibt's auch in der Richtung dort einiges.

00:21:18: Sie hatten Freunden gesagt es gibt in Afrika circa vier Augenärzte pro eine Million Einwohner und in Deutschland je nach Schätzung achtzig bis hundert Augenärzt oder Ärztinnen auf eine Million?

00:21:31: Ja also genau da ist schon noch Luft nach oben und das merkt man dort schon noch.

00:21:37: Ja dann erzählen sie mal genau unser Interview kommt jetzt hier auch zustande durch Die Vermittlung der Christoffel blinden Mission.

00:21:45: Erzählen Sie mal, wie sie mit denen über die Jahre zusammengearbeitet haben und was die für eine Rolle spielen in dieser ganzen Entwicklungsarbeit?

00:21:53: Ja damals hatte ich meinen Facharzt hier an der Klinik in Freiburg gerade abgestoßen und auch Professor Reinhard, der Direktor der Augenabteilung hat mich dann an die CBM vermittelt weil ich das immer schon spannend fand und in dem Bereich arbeiten wollte.

00:22:08: Und habe dann seitdem seit zwei tausendundsieben zunächst in Kenia drei Jahre mit ihnen gearbeitet.

00:22:18: innerhalb des war eben aufm Land eine relativ große Klinik in einem kleinen Dorf, wo wir auch sehr viel operiert haben.

00:22:28: Die Gegend war dicht besiedelt weil die Leute hauptsächlich Ackerbau betrieben haben und dann durch die Erbteilung die Länder immer kleiner wurden und die Völkungsdichte immer höher.

00:22:39: Und dann anschließend noch neun Jahre Intansanier.

00:22:43: das war eben das Casium Sine Augenklinik als Teil einer großen Uniklinik.

00:22:51: Und auch da war ich dann über die CWM angestellt und hatte ja auch dann weiter immer Kontakt hier mit der Klinik für Aufenthaltegründe in Freiburg.

00:23:00: Und jetzt arbeite ich in Teilzeit wieder hier in Freiberg als Funktionsoberarzt im Glaub-Holm-Team, eben auch weiter mit verschiedenen Projekten und Aktivitäten für die Christau-Robin

00:23:15: Müsseln.".

00:23:16: Das

00:23:16: heißt sie pendeln durchaus mal von Freibürg nach Tansania?

00:23:20: Ja, genau.

00:23:21: Also das ist natürlich ein Privileg weiter auch mit Kollegen dort in Kontakt sein zu können.

00:23:28: aber genau das ist eine sehr gute schöne Mischung aus Arbeit dann vor Ort und Arbeit auch hier.

00:23:39: als Familie leben wird es auch hier in Deutschland.

00:23:42: Was würden Sie sich von Ihren Kollegen und Kolleginnen wünschen, wenn Sie jetzt jemand motivieren könnten damit einzusteigen oder Einsatz zu bringen?

00:23:50: Was würden sie denn raten.

00:23:53: Was wird gebraucht?

00:23:54: Ja also auch da gibt es nicht keine universelle Lösung für jeden.

00:23:59: Da müsste man sich dann eben auch unterhalten.

00:24:03: oder wir haben auch über das deutsche Komitee zur Verhütung von Blindheit Die DOG hat ja auch die Sektion internationaler Ophthalmologie, wo wir uns regelmäßig treffen.

00:24:15: Es gibt eben einige Veranstaltungen, wo man sich zunächst mal informieren kann und dann vielleicht auch einfach mal schnuppern kann.

00:24:25: Und dann Schritt für Schritt so sich bereich suchen kann wird uns natürlich sehr freuen wenn mehr Leute auch engagieren.

00:24:34: aber es fängt natürlich ganz einfach an.

00:24:36: wer will kann natürlich auch einfach finanziell im Projekt unterstützen.

00:24:42: Da gibt es viele Möglichkeiten, was irgendwie passt.

00:24:47: Das ist natürlich schon mal sehr hilfreicher.

00:24:52: Können Sie da vielleicht noch irgendeine Zahl verraten?

00:24:55: Im Sinne von wenn man so viel spendet, kann man schon was weiß ich in Katarakt operieren oder ein Glaukom oder wie ist denn das Verhältnis?

00:25:05: Da gibt es, wie gesagt auch verschiedene Möglichkeiten.

00:25:07: Jetzt zum Beispiel bei der CBM.

00:25:09: so über den Daumen rechnen wir mit dreißig Euro pro Operation für einen Erwachsenen und hundert und fünfzehnzig Euro für eine Operation von Kindern.

00:25:20: Das ist meistens teurer weil das eine Vollnapose durchgeführt wird.

00:25:24: Das sind die groben Zahlen, die wir da verwenden.

00:25:29: aber auch das unterscheidet sich natürlich stark.

00:25:33: also Es gibt auch eben Kollegen, die auch dann Medizinschulenzen vor Ort kennenlernen und in ihrer Ausbildung unterstützen zur Fachärztin oder zum Facharzt-Augenheilkunde.

00:25:49: Das finde ich persönlich eben Ausbildung auch immer ein sehr, sehr wichtigen und auch erfüllenden Bereich sich zu engagieren.

00:25:56: Super!

00:25:59: Ist jetzt wieder eine Zahlenfrage.

00:26:00: aber wie viele afrikanische kolleginnen haben sie schon begleitet?

00:26:06: Haben Sie da ungefähr noch einen Überblick?

00:26:09: Ja, also damals in Kenia.

00:26:11: Das war so eine Kurzausbildung für die Charakteroperationen, die wir da angeboten haben für Assistenzärzte in Nairobi, die dann quasi in verschiedenen Kliniken praktisch Erfahrungen gesammelt haben.

00:26:25: Da waren es so gute Hundert glaube ich, die ich dann da bei operieren ausgebildet habe, in Tampon Sanía dann für die, sag ich mal komplette Fachasausbildung.

00:26:35: Das waren zwischen vierzig und fünfzig Augenärzte ungefähr.

00:26:40: natürlich hab ich da auch andere mit ausgebilde.

00:26:44: wir haben auch dort andere Kader mit ausgewildet wo es mit engagiert war.

00:26:49: aber jetzt zeig mal die komplette Ausbildung so ungefähr Genau, das war aber auch natürlich nicht allein.

00:26:55: Wir waren dann auch ein Team in erfreulicher Weise erwachsenes Team aus tansanischen Kollegen.

00:27:01: Wir haben dann eben auch zunehmend mehr Augen erst ausgebildet.

00:27:04: Zwar zeitweise damals nur zwei pro Jahrgang bei eben vier Jahrgängen.

00:27:11: Als ich das letzte Mal dort war, waren es insgesamt in den Vierjahrgängen über vierzig auszubilden.

00:27:17: also da hat sich schon sehr viel getan und auch das Team ist weitergewachsen.

00:27:21: Ja, sehr schön.

00:27:23: Das heißt jeder Augenarzt den man da an Start bringt hat eine Wellenwirkung.

00:27:30: Kann man so sagen.

00:27:33: Herzlichen Dank Herr Philippinen bedanke ich mich für dieses Interview.

00:27:37: Ich danke Ihnen sehr gerne!

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