Von der Patientin zur erfolgreichen Autorin | Lea Hermann mit "Hirnweh" im Expertentalk

Shownotes

Was passiert, wenn eine Krankheit das Leben junger Menschen von einem Moment auf den nächsten aus der Bahn wirft – und wie lässt sich diese Erfahrung in Worte fassen?

Lea Hermann erkrankte selbst mit Anfang zwanzig an einer Enzephalitis, einer schweren Gehirnentzündung. Was sie dabei durchlebte – die Angst, die Isolation, die absurden Momente im Rehakontext – hat sie in ihrem Debütroman „Hirnweh" verarbeitet, 2022 erschienen im Murisken Verlag.

Unsere Medizinjournalistin Julina Pletziger spricht im neuen Expertentalk von mgo medizin mit der Autorin und Redakteurin Lea Hermann über das Schreiben als Bewältigungsstrategie, über Patientenperspektiven, die im Medizinbetrieb oft ungehört bleiben – und über das, was ein einziger erklärender Satz beim Arztgespräch ausmachen kann.

Im Gespräch erzählt Lea Hermann, wie ein privater Blog aus der Rehazeit zum Fundament ihres Romans wurde, warum Humor und Kritik im Klinikalltag keine Gegensätze sind, und was sie sich von Ärztinnen und Ärzten damals wirklich gewünscht hätte. Und sie gibt einen ersten Einblick in ihr nächstes Buchprojekt – eine Geschichte über Freundschaft, Trauer und verborgene Geheimnisse.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Herzlich willkommen zu einem neuen Experten-Talk bei MGO Medizin.

00:00:13: Heute treffen wir eine inspirierende junge Frau, die sich aus einer großen gesundheitlichen Krise heraus als Schriftstellerin etabliert hat.

00:00:22: Lea Herrmann erkrankte mit Anfang zwanzig an einer Encephalitis – einer schweren Gehirnenzündung.

00:00:28: Ihre Erfahrungen insbesondere in der Reha-Klinik dienten ihr später als Material für ihren ersten Roman – Hirnwehl!

00:00:39: Der Roman erzählt davon, wie es ist als junger Mensch durch Krankheit aus dem Leben gerissen zu werden.

00:00:44: Doch er ist nicht nur tragisch – die Sprache ist an vielen Stellen sarkastisch und sehr witzig!

00:00:49: Und der Roman offenbart viele Feinheiten über das deutsche Reha-System und die Tücken in der Arztpatientekommunikation.

00:00:57: Ich bin Julina Plätziger.

00:00:59: Ich bin Medizinjournalistin im Bereich Neurologie und Psychiatrie.

00:01:02: Heute freue ich mich auf ein spannendes Gespräch über die Patientenperspektive Das Schreiben und den Wert von Identifikationsfiguren in der Medizin.

00:01:12: Dafür begrüße ich dich, liebe Lea.

00:01:13: herzlich im Podcast.

00:01:14: schön dass du da bist!

00:01:16: Ja vielen Dank.

00:01:17: erstmal auch nochmal danke für die Einladung.

00:01:19: Ich

00:01:19: freue mich total und bin auf unser Gespräch gespannt.

00:01:23: Super ja ich auch.

00:01:26: Du hast Journalistik studiert und arbeitest inzwischen auch als Redakteurin für eine Zeitschrift.

00:01:30: das heißt das Schreiben lag dir schon immer nah.

00:01:33: Aber wie kamst du darauf über deine Krankheit ein Roman zu schreiben?

00:01:37: Während ich auf Reha war, es waren die ... Es war endet in den Block.

00:01:44: Gar nicht mal für die Öffentlichkeit, sondern einfach für meine Freundin, dass sie mitlesen, was mir so passiert und auch, dass ich sowas habe taggebuchmäßig oder noch eine Aufgabe zur Ablenkung.

00:01:58: Ich hatte damals auch meine Spiegelreflexkamera dabei.

00:02:01: Ich hab dann viele Fotos gemacht im Block.

00:02:03: Wie gesagt, war nie so wirklich öffentlich.

00:02:05: Das war dann aber eine super Quelle für mich als ich angefangen habe das Buch zu schreiben weil an manches konnte ich mich gar nicht mehr genauer erinnern.

00:02:12: Ja

00:02:12: das finde ich auch jetzt total spannend.

00:02:14: über den Kontext zu erfahren denn das würde ich sagen ist auch eine der besonderen Qualitäten des Buches.

00:02:19: es ist so viel Detail darin und einfach so viel feiner Blick auf die Umstände eben auf diese ganzen vielen Kleinigkeiten in diesen Reha-Kontext dieser Atmosphäre und diese Stimmung ausmachen.

00:02:31: wirklich interessant ist zu erfahren, wie du das damals dokumentiert hast.

00:02:35: Und was war es dann aber für einen Moment in dem du dir dachtest jetzt ist der Punkt gekommen an dem ich die Infos aus dem Blog der Öffentlichkeit zugänglich mache?

00:02:42: Indem ich das in ein Roman überführe!

00:02:45: Ich habe kurz davor, war ich in einem Gespräch mit dem Verleger, dem Thomas Peters vom russischen Verlag.

00:02:51: Den hatte ich im Sommer davor schon mal eine Buchidee geschickt und da hat er gemeinten die taugt ihm nicht so aber er mag mein Schreibstil!

00:02:58: Und wenn ich dann nochmal eine neue Idee hab kann ich mich gerne melden.

00:03:02: das habe ich dann gemacht im März zwei tausendzwanzig und Dann haben wir uns getroffen darüber geredet und er gesagt ja das probieren wir jetzt schreibt einfach mal drauf los zack.

00:03:12: ne Woche später war lockdown super viel Zeit zum schreiben und habe ihn die Kapitel dann immer gleich geschickt.

00:03:19: Und er hat sich dann super gefreut, also mir war immer klar ich mache was draus.

00:03:26: Nur der Zeitpunkt das war eigentlich relativ spontan dass es dann im Jahr ist, dass ich zum Schreiben angefangen hab.

00:03:31: Ja

00:03:31: Glück für uns weil ich finde dass man aus deinem Roman wirklich sehr sehr viel lernen kann und er sehr vielschichtig und extrem präzise in seinen Beobachtungen ist.

00:03:40: aber würdest du uns ein bisschen Einblick in deinen Schreibprozess geben?

00:03:44: Ich habe einfach drauf losgeschrieben, ich bin da vielleicht auch so ein bisschen naiv reingegangen weil ich immer gedacht habe wenn man schreibt zu Bücher.

00:03:51: Ich hab ihr Hirnweh auch nicht in chronologischer Reihenfolge geschrieben.

00:03:55: Ich habe dann immer geschrieben was mir gerade eingefallen ist.

00:03:58: das waren natürlich Erinnerungen von mir und ich habe die natürlich verfremdet.

00:04:02: Ich hab da noch einen Ex-Freund reingepackt, ist ein bisschen spannender gemacht und erst am Ende habe ich die so in eine richtige Reihenfolge gebaut und dann noch so...ich hatte es immer so Übergangkapitel geschrieben damit das halt logisch wird und dass es dann roten Faden gibt.

00:04:16: Find' ich total spannend also aus Erinnerungsfragmenten ne Geschichte aufzubauen und später zusammenzusetzen Und sie wird zu einem so klaren Entwicklungsbogen Also dein Roman ist ja auch als Entwicklungsroman bezeichnet worden sich eben so entfaltet und auch verändert im Prozess der Reha.

00:04:34: Ich würde jetzt auch sehr gern von dir erfahren, wie du die Figuren entwickelt hast, die teilweise so archetypisch auftreten.

00:04:39: aber es sind auch sehr viele sehr interessante Patientinnen mit ihren eigenen Quarks in der Klinik.

00:04:46: Wie kamst du zum Beispiel auf den Sergay?

00:04:48: Den mysteriösen Mitpatienten, denen wir aus der Ferne kennenlernen.

00:04:53: Als ich auf Reha war, war auch ein junger Typ auf Reher.

00:04:56: Ich hatte nichts mit dem zu tun.

00:04:57: Der hatte aber immer graue Chogginghose oder komplett zett Grauhe-Chogging-Hose, grauer Hoodie und der ist immer Entenfüttern gegangen.

00:05:04: Das fand ich so skurril dass da so einen jüngeren Typ, der wie Gangster gewirkt hat dann immer an die Isar gegangen ist und die Enten gefüttert hat.

00:05:12: und dieses Bild von dem man noch so präsent in meinem Kopf das ich aus dieser Erinnerung dann kompletten Charakter gebaut habe.

00:05:20: Sergei ist tatsächlich auch aus einer literaturwissenschaftlichen Perspektive eine interessante Figur, weil er mit dem Klischee der mysteriösen jungen Frau bricht.

00:05:31: Egal ob wir Thomas Mann nehmen oder Theodor Fontane in vielen klassischen Kurromannen tritt eine fragile junge Frau auf die aus der Ferne betrachtet wird.

00:05:39: und du hast einen Mann geschrieben.

00:05:42: Wenn wir dein Roman jetzt noch mal literarisch betrachten, bevor wir zu den Implikationen und vielleicht auch der praktischen Relevanz für Ärztinnen und Ärzte kommen.

00:05:50: Was würdest du denn selber sagen?

00:05:51: Welche Fragen- und Themen verhandelt dein Buch?

00:05:54: Ich glaube es geht auch sehr viel um Akzeptanz einfach zu akzeptieren okay man ist es gerade krank man ist jetzt gerade in einer Phase da läuft das Leben nicht so wie man will die Pause, die man gerade hat akzeptieren und es geht auch so ein bisschen um Zuversicht.

00:06:12: Also dass eine Krankheit nicht das Ende der Welt ist sondern dass es dann doch einmal irgendwie weitergeht.

00:06:18: Und war dabei deine Zielgruppe?

00:06:20: Auch so ganz konkreter Gedanke beim Schreiben Dass du dir dachtest Das werden andere junge Menschen lesen Die krank sind dies schwer haben die sich vielleicht isoliert fühlen und das kann die Botschaft sein.

00:06:29: Also, ich habe mir wirklich wie eine Aussätzige vor, als ich auf Reha war.

00:06:32: Ich hab auch viel gejamart und dachte nur, mir passiert so was!

00:06:36: Und ich find's dann auch schön, dass es dann Bücher gibt wo man sieht okay... ...ich bin nicht die Einzige in so einer blöden Situation.

00:06:42: Es werden noch andere Leute krank und dann wieder gesund, auch wenn man so jung ist kann so etwas passieren.

00:06:47: Und ich wollte einfach anderen Leuten mit dem Buch Mut machen und Zuversicht schenken.

00:06:51: Wie

00:06:51: ist das denn bei deiner Figur Hannah?

00:06:53: Kommt ein Moment an dem es ihr besser geht und an dem sie mit ihrer Situation besser klarkommt.

00:06:59: Ich möchte nicht zu viel spoilern, aber zum Ende hin hat sie dann schon so Erlebnisse wo sie merkt okay ist es gar nicht so verkehrt dass ich jetzt doch auf Reha bin.

00:07:06: Also das schon noch gut ist, dass medizinische Überwachung dabei ist und dass sie halt wirklich krank ist und nicht nur ein Schnupfen sondern eine Enzephalitis oder Entzündungen im Gehirn.

00:07:18: Das ist eben auch etwas schwerwiegendes und es braucht einfach Zeit das auszuhallen Und vielleicht auch dass man lernt auf sein Körper zu hören.

00:07:27: Was selbst mir, ich hatte ja auch ein Enziphalitis immer noch schwerfällt, also ich denke mal auch immer so kann nicht in die Arbeit gehen oder sollte ich zu Hause bleiben wenn ich erkält bin?

00:07:35: das ist ganz ganz schwierig.

00:07:37: man muss es auch lernen auf sein körper

00:07:47: zu hören.

00:07:49: Im folgenden wollen wir uns mehr mit der Reha als besonderem ort beschäftigen.

00:07:54: Es ist oft ein Ort der sehr isoliert ist einen Randort weg von der gesellschaft an dem andere normalitäten und andere regeln gelten.

00:08:03: Protagonistin Hannah ist über ihre Umgebung oft frustriert, aber im Kerren auch immer wieder amüsiert.

00:08:09: Denn sie bemerkt viele absurde Besonderheiten die sie ironisch und flapsig kommentieren.

00:08:16: Lea ich finde du hast so viel Lustiges aus dieser Situation und diesem Kontext rausgeholt!

00:08:21: Was würdest Du sagen?

00:08:22: Worin liegt dieses Comedypotenzial der

00:08:24: Reha?!

00:08:25: Also es ist super,

00:08:27: super skurri.

00:08:28: Diese Szene ist mir wirklich passierter Sitzziehen im Green Cecil bevor's Abendessen losgeht und die ganzen alten Leute die scharen schon mit den Hufen und Wollen in den Speisesaal und das ist noch zugesperrt und die klopfen an und die akzeptieren einfach nicht.

00:08:46: Leute ihr müsst jetzt noch fünf Minuten warten.

00:08:49: dann machen sie auf.

00:08:50: wie ich mir auch gedacht habe wo bin ich denn hier gelandet?

00:08:53: oder halt

00:08:53: auch diese Anwendungen, die man hatte.

00:08:56: Also es war wirklich so wie so Kleinkinder mit Ballspielen und dann ist man so alle Gesellschaftsschichten, alle Altersgruppen zusammen gewürfelt und man wird schon ein bisschen komisch mit der Zeit wenn man halt auch so wenig Eindrücke

00:09:13: hat.

00:09:13: oder halt auch die Kommunikation war wahnsinnig schlecht.

00:09:16: mir wurde mitgeteilt ich soll unbedingt einen Bademantel mitbringen weil Jetzt nicht Schwimmunterricht, aber ich werde da Einheiten im Schwimmbäcken haben und dann habe ich mir extra einen tollen Bademantel gekauft.

00:09:29: Dann komme ich hin und die sagen ja nee sie dürfen nicht ins Wasser!

00:09:32: Sie hatten ja epileptische Anfälle weil das Licht spiegelt sich im Wasser.

00:09:35: Sie könnten ja dadurch ein epileptischen Anfall bekommen.

00:09:38: Na toll... Also ich finde, dass eben diese Dichotomie auch im Roman sehr gut rauskommt.

00:09:45: Du hast diese farbenfrohen und lustigen augenzwingenden humorvollen Aspekte aber du platzierst darin auch deine Kritik.

00:09:52: das zum Beispiel dieser Umgang mit den Kinderspielzeugen

00:09:55: usw.,

00:09:55: dass viele Patientinnen nicht in Lebenssituation sind in denen das angemessen erscheint und dass das vielleicht auch was Erniedrigendes hat.

00:10:04: Das sind natürlich große Fragen mit sehr großen Implikationen und mich würde deshalb interessieren für jetzt auch den einzelnen Arzt oder die einzelne Ärztin, die hier zuhört.

00:10:13: Siehst du irgendwelche Stellschrauben wie in der Kommunikation?

00:10:16: In der Begrüßung im persönlichen Umgang?

00:10:19: siehst du Kleinigkeiten so sehr praxisnahe Dinge, die sofort umgesetzt werden könnten, die das abmildern oder die einfach ein anderes Gefühl beim Ankommen erzeugen könnten?

00:10:30: Was ich gut finden würde, ist wahrscheinlich finanziell und zeitlich einfach nicht drin.

00:10:34: Wenn man vorab mit den Leuten redet so was kannst du?

00:10:38: Was brauchst Du?

00:10:39: Was solltest du mitnehmen?

00:10:40: also das gab es bei mir alles nicht.

00:10:43: Und sonst ist ganz wichtig erklären, erklären, Erklären.

00:10:47: was ist genau los?

00:10:49: Also ich war wirklich Panikmodus.

00:10:51: Ich hatte so Angst dass ich sterbe also im Krankenhaus war's noch schlimmer und auch auf Reha.

00:10:56: also ich wusste nicht Wie sieht meine Zukunft aus?

00:11:00: Kann ich jemals richtig arbeiten, bleibt mir was oder halt auch so... Warum hab' ich jetzt Kopfschmerzen.

00:11:07: Ist das einfach random oder ist es von der

00:11:09: Encephalitis?".

00:11:10: Ja du hast zum Beispiel diese sehr eindrückliche Szene recht zum Anfang des Romans in dem klar wird wie komisch das für Hannah ist dass sie so von Arzt zu Arzt rennt um eigentlich halt Informationen und Wissen über sich selbst zu bekommen Und wie seltsam dieses Gefühl ist im Krankenhaus und dann später in der Reha zu sein mehr über mich wissen, als ich selbst.

00:11:31: Und wie befremdlich das ist und wie besorgniserregend und wie unautonom sich das anfühlt oder?

00:11:37: Ja

00:11:37: also ich weiß noch im Krankenhaus sind mir es mir ganz viel Blut abgenommen worden, wo ich mir auch gedacht habe was machen die denn damit da getestet worden ist?

00:11:48: und er hieß es immer, ich krieg dann auch Lea Bescheid.

00:11:50: Und die wussten gar nichts von dieser Blutabnahme und das ist schon skurril.

00:11:55: also ja man ist so völlig fremdbestimmt man weiß nicht was haben sie denn da genau gerade über untersucht an mir?

00:12:05: Ein Kunstwerk wie Hirnweh von Lea Hermann kann zum einen ein Identifikationsangebot für andere Betroffene oder Angehörige sein Aber auch medizinischem Fachpersonal eine neue Perspektive eröffnen.

00:12:18: Eine sehr wichtige Perspektives, nämlich die wie es sich anfühlt zum ersten Mal im Krankenhauskontext aufzuwachen und von den Begriffen und Abläufen überhaupt nichts zu wissen!

00:12:29: Viele vermeintliche Selbstverständlichkeiten sind Patientinnen oft nicht klar.

00:12:34: Hier kann schon ein einziger zusätzlicher Einordnender Satz wozu die nächste Behandlung gut ist oder warum das EEG wiederholt werden muss Eine ganz andere Orientierung bieten.

00:12:50: Lea, du hast eben gesagt, dass du im Kontext der Encephalitis Todesangst erlebt hast und auch deine Protagonistin geht durch sehr schwierige Situationen in dem Buch.

00:12:59: Was kann eine Ärztin oder ein Arzt ganz konkret tun um diese Angst zu begegnen?

00:13:04: Also wirklich ernst nehmen!

00:13:06: Ich hatte da auch ein klassisches Beispiel wie der Krankenhaus... Ich lag auf der Akut-Überwachungsstation und da kam wirklich der Oberarzt mit den Assistenzärzten rein.

00:13:19: Und sie so, ja Frau Hermann es sieht jetzt nicht so gut aus bei ihnen!

00:13:24: Was heißt das?

00:13:25: Oder einfach nicht so, ich glaube er wollte lustig sein aber bei mir kam es halt überhaupt nicht lustig an.

00:13:30: Ich dachte jetzt muss ich sterben!

00:13:32: Ja wieder erklären, erklären, was ist mit ihrem Körper passiert?

00:13:36: warum ist das so?

00:13:37: Warum machen wir das?

00:13:38: Es muss ja kein langes Gespräch sein aber nochmal so einordnen dass es passiert weil das und das war man hat so Angst.

00:13:45: also ich war wirklich immer auf Arrenalin und hatte auch Angst vor der Visite und solche Sachen.

00:13:59: Der in der Studie zeigte sich grundsätzlich ein sehr positives Bild.

00:14:10: Die meisten Menschen fühlten sich respektvoll und gut behandelt, neunundachtzig Prozent waren zufrieden mit der Kommunikation mit dem medizinischen Fachpersonal.

00:14:20: Wir wissen allerdings aus einer amerikanischen Studie von im Jahr ist, dass sich die Zufriedenheit von Neurology-Patientinnen signifikant verschlechtert wenn sie von mehreren Ansprechpartnern gleichzeitig betreut werden.

00:14:32: Das Vertrauensverhältnis und auch das Gefühl des umfassenden Respekts leiden sobald mehrere ÄrztInnen zuständig sind.

00:14:40: Hier kann eben dieser Eindruck entstehen ohne richtige Einsicht in den Untersuchungsverlauf herumgereicht zu werden!

00:14:47: Laut Lea Herrmann macht an der Stelle ein einziger zusätzlicher Einordnungssatz bei der Begrüßung einen gewaltigen Unterschied für die Nachvollziehbarkeit der Interventionen und das Wohlbefinden der Zubehandelnden.

00:15:09: Man ist ja in einem solchen Moment oft nicht nur isoliert vom alten Alltag, vielleicht so von der Identität die man ansonsten hatte sondern auch oft tatsächlich von den Menschen die man liebt.

00:15:20: Freundschaften können in solchen Krisen zerbrechen.

00:15:22: Menschen wenden sich ab oder sind irgendwie überfordert.

00:15:25: was würdest du sagen deine Erfahrung nach?

00:15:26: warum isoliert das Thema Krankheit so sehr?

00:15:29: Ich glaube, dass von Patientinnen sich?

00:15:31: das ist auch viel Scham.

00:15:33: Also mir war es total peinlich, dass ich jetzt so krank bin und auf Reha bin.

00:15:38: Ich bin ein bisschen krank und er wusste das volle Ausmaß

00:15:46: nicht.

00:15:47: Und auf der anderen Seite von Freundinnen, die wissen nicht wie sie damit umgehen sollen.

00:15:52: also eine Freundin hat zum Beispiel zu mir gesagt ist auch ein Satz der im Buch vorkommen ziehst doch als Wellness Urlaub aber du kannst es auch die schönen Sachen nicht so ganz genießen weil du weißt einfach mit meinem Körper stimmt irgendwas nicht.

00:16:05: Das ganze ist jetzt über zehn Jahre her.

00:16:07: Du hast dich als Autorin etabliert, mit Hirnweh Preise gewonnen und sehr vielen Menschen ein Buch geschenkt in dem sie sich wiederfinden.

00:16:15: Was steht als Nächstes an?

00:16:17: Darfst du schon über dein nächstes Buchprojekt sprechen?

00:16:21: Ich glaube...

00:16:22: Der Name den zwar rate ich jetzt noch nicht, aber es ist was komplett anderes.

00:16:27: Also viele Leute hatten immer gehofft dass sich eine Fortsetzung treibe weil sie wissen wollten wie's mit Hannah weitergeht.

00:16:32: das ist es nicht.

00:16:34: Es geht um Freundschaft.

00:16:36: also es ist ne Klicke und Ich musste natürlich wieder ein hartes Thema nehmen.

00:16:41: einer aus der klicke ist gestorben vor Und die treffen sich dann nach zehn Jahren wieder und entdecken, dass die Person, die gestorben ist, was von ihnen verborgen gehalten hat.

00:16:54: Dann versuchen zwei Protagonisten herauszufinden, was damals los war.

00:16:59: Es geht auch um Trauer.

00:17:01: War man ein guter Freund?

00:17:03: War mal eine gute Freundin?

00:17:04: Auch so ein bisschen schuld!

00:17:06: Also es ist eine Freundschaftsgeschichte, sage ich mal.

00:17:08: Weil Hirnweh ist ja auch Freundschaft ein wichtiger Aspekt und ich glaube mir liegen so Freundschaftsschichten.

00:17:14: also ich mag das wahnsinnig gern!

00:17:16: Das klingt spannend und Freundschaft is' ja auch literarisch ein unterrepräsentiertes Thema im Vergleich zur romantischen Beziehung oder zur Familie.

00:17:24: Und da können sich deine Fans auf jeden Fall freuen dass du wieder ein Thema aufgreibst.

00:17:28: was in Hirnweh vorkam auch wenn's nicht die Krankheit ist

00:17:33: ist auch da, anders kann ich glaube nicht schreien.

00:17:37: Ich freue mich auf jeden Fall sehr drauf und bedanke mich sehr herzlich bei dir dass du heute im MGO Medizin Podcast warst.

00:17:43: Danke das du deine Geschichte und deine Erfahrungen mit uns geteilt hast!

00:17:47: Vielen Dank es mir hat's auch super viel Spaß

00:17:49: gemacht.

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