Mitochondrien & Diabetes: Ursachen, Diagnostik & Therapie | Expertentalk

Shownotes

Was verraten Mitochondrien über unsere Stoffwechselgesundheit – und warum rücken sie bei Typ-2-Diabetes immer stärker in den Fokus der Forschung?

Birgit Schulze spricht mit Dr. Stephan Barth, Mediziner, Stoffwechselexperte und Autor des Buches „Die heimlichen Heldinnen des Stoffwechsels“, über die weitreichende Bedeutung der Mitochondrien für Energiehaushalt, Organfunktion und Krankheitsentstehung.

Warum sind Mitochondrien weit mehr als nur die „Kraftwerke der Zelle“? Wie beeinflussen sie Pankreas, Leber, Muskulatur, Herz und Nervensystem? Und weshalb können Überernährung, Bewegungsmangel und chronischer Stress die mitochondriale Funktion so stark belasten, dass ein folgenreicher Teufelskreis aus Dysfunktion und Insulinresistenz entsteht?

Freuen Sie sich auf ein Gespräch, das aktuelle Erkenntnisse aus der Stoffwechselforschung verständlich einordnet und zeigt, welche Rolle Bewegung, Ernährung und Stressmanagement für die mitochondriale Gesundheit spielen könnten. Für alle, die besser verstehen möchten, warum die „Dirigentinnen des Zellorchesters“ eine Schlüsselrolle bei Prävention und Therapie metabolischer Erkrankungen einnehmen.

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Transkript anzeigen

00:00:09: Vielen Dank, Dr.

00:00:10: Stefan Bart, dass Sie sich die Zeit nehmen heute mit uns über den spannenden Zusammenhang zwischen Mediokondrien und unserem Stoffwechsel zu sprechen.

00:00:17: Sie haben gerade ein Buch veröffentlicht das heißt Die heimlichen Heldinnen des Stoffwechsels Und ich würde sie zunächst bitten sich kurz vorzustellen und dann uns zu sagen was ist denn das über Mediocondrien?

00:00:28: Was keiner weiß?

00:00:30: Oh ja Danke Frau Schulze für die Einladung.

00:00:35: Kurze Vorstellung bin promovierter Mediziner.

00:00:39: Direkt nach dem Studium in die Forschung gegangen, habe einige Jahre Hardcore-Zellmolekularbiologie im Eimachsblankinstitut in der Nähe von Frankfurt gemacht und war danach achtzehn Jahre in der Ernährungsforschung, in der Bundesforschungsanstalt für Ernährung in Karlsruhe tätig.

00:01:00: habe also Präventionsforschung mit Fokus auf Ernährung gemacht, in der Zeit auch eine Habilitation im Bereich Ernährungstoxikologie gemacht.

00:01:15: War danach einige Jahre in der Pharma-Forschung tätig und jetzt seit anderthalb Jahren selbstständig als Berater und Gutachter mit Fokuss auf den Gesundheitsmarkt.

00:01:30: Ja, Ihre Frage.

00:01:31: Was weiß niemand zu den Mitochondrien?

00:01:37: So ein kleines Geheimnis dass zehn Prozent unseres Körpergewichtes Mitochen sind.

00:01:44: also das ist schon einen relativ hoher Anteil an unserem Organismus und zeugt auch davon wie wichtig diese Zellorganellen für unseren Organismus, für Gesundheit und auch für Krankheitsentstehung sind.

00:02:02: Genau Sie nennen im Buch die Mediokontrin nicht nur die Kraftwerke sondern die Dirigentinnen des Zellorchesters.

00:02:09: welche Steuerungsfunktion übernehmen sie in der reinen Energieproduktion etwa auch für die Hormonregulation das Immunsystem oder unser Nervensystem?

00:02:18: Ja, also dieses Bild Dirigentin des Zellorchesters meine ich natürlich metaphorisch.

00:02:26: Eine ganz wichtige Aufgabe die Mitochondrien natürlich nach wie vor übernehmen ist die Produktion von biologischer Energie.

00:02:36: Das heißt das was wir über die Nahrung aufnehmen es chemisch gebundene Energie über die Zucker die Fette auch die Proteine.

00:02:45: Da nehmen wir Kalorien auf, wir atmen Sauerstoff ein und dann kommen die Mitochondrien ins Spiel.

00:02:53: Die aus diesen Rohstoffen, aus diesen Brennstoffen den eigentlichen biologischen Energieträger Adenosin Trifosphat produzieren auch kurz ATP.

00:03:05: Das ist dieses Bild was mit diesem Zellkraftwerk natürlich zu tun hat Und was man realisieren muss, die Bereitstellung von ATP bestimmt auch Funktion in den Zellen.

00:03:22: Da komme ich jetzt auf Ihre Frage.

00:03:24: Was haben jetzt die Mitochondrien mit dem Nervensystem?

00:03:28: Mit dem Hormonsystem und auch mit dem Immunsystem zu tun?

00:03:32: alleine durch die Bereitzellung und die gezielte bedarfsgerechte Bereitstellungen von ATP Bestimmen die Mitochondrien mit, wie gut das Hormonsystem funktioniert.

00:03:46: Wie gut das Immunsystem, die Abwehrkraft unseres Organismus funktioniert und wie gut auch das Nervensystem, das zentrale Nerven-System und auch das Autonome, das vegetative Nerven System funktionieren.

00:04:02: Also Energiebereitstellung Funktion, Zellfunktion, Systemfunktion.

00:04:09: Funktion des Organismus hängen ganz eng miteinander zusammen und deshalb stehen die Mitochondrien so im Epizentrum unseres Organismus wenn es um eine normale Funktion geht aber bei Fehlfunktionen eben auch wenn's um Krankheitsentstehung und Patogenese einer Erkrankung geht.

00:04:33: Wenn wir jetzt auf die Menschen mit Typ II Diabetes blicken, welche Organe sind da besonders auf eine intakte Mitochondrien-Funktion angewiesen?

00:04:42: Ist es dann eher Pankreas oder die Leber oder die Muskulatur.

00:04:46: Wie ist Ihre professionelle Einschätzung?

00:04:48: Ja, es sind tatsächlich alle stoffwechselaktiven Organe, die auf eine gute Mitoachondrienfunktion angeweisen sind An vorderster Stelle natürlich auch mit Blick auf die Praxis, auf die klinische Relevanz.

00:05:07: mal auf den Pankreas geguckt.

00:05:09: Die Funktion der Mitochondrien bestimmt die Koppelung zwischen der Sensorik des Blutglokose-Spiegels und einer adäquaten Insulinantort.

00:05:25: Das heißt nur mit funktionierenden Mitochronndrien In den Pankreas-Zellen, in den Beta-Zellen können die Beta- Zellen erkennen wie hoch der Blutglockose Spiegel ist und können dann wiederum die Prozesse mitsteuern.

00:05:43: Die zu der Insulin Ausschüttung dann führen.

00:05:47: also das ist diese funktionelle Kopplung vor die Mitochondrien im Zentrum stehen.

00:05:52: Wenn wir jetzt eher die Lager- und Stoffwechselorgane anschauen, also Muskel und Leber haben die Mitochondrien dort die Aufgabe erstmal die zirkulierenden Nährstoffe aufzunehmen.

00:06:09: Also Glucose und auch die Fettsäuren und in Energie zu übersetzen.

00:06:17: nur dann kann auch tatsächlich aus diesen Rohstoffen-ATP entstehen, wenn die Mitochondrien in der Leber und im Muskel funktionieren.

00:06:30: Wenn sie nicht funktionieren, da kommen wir vielleicht später in unserem Gespräch dazu, entstehen dann Symptomatiken wie für diese Organe typisch sind im Rahmen von einem Typ II Diabetes.

00:06:46: Dann haben wir noch das Herz-Kreislaufsystem.

00:06:50: Auch die Nieren natürlich.

00:06:52: und beim Herz ist es logisch, dass da natürlich wegen des erheblichen Energiebedarfs der Herzmuskelzellen funktionierende Mitochondrien ganz wichtig sind.

00:07:07: Wenn da die Funktion gestört ist können tatsächlich – und das ist bekannt auch im Rahmen eines Diabetes Das Herz geschwächt wird, ganz unterschiedliche Symptome auftreten können.

00:07:22: Dass das verankert ist auch in funktionierenden beziehungsweise fehlfunktionierenden Mitochondrien und auch die diabetesche Nephropathie hat eine Verbindung mit Mito Chondrien Funktionen.

00:07:41: Funktion der Mitochondrien nicht mehr ordentlich ist, ist das offensichtlich auch vergesellschaftet in der Niere mit der Entstehung dieser Nephropathie.

00:07:51: Also es geht Hand-in-Hand und es ist natürlich immer wichtig darauf hinzuweisen.

00:08:01: ein Kausalzusammenhang ist in den meisten Fällen auf die verschiedenen Organe geguckt in Modellsystem tatsächlich sichtbar, aber im Menschen noch nicht bewiesen.

00:08:16: Und was Henne und was Ei ist – da kommen wir vielleicht später auch nochmal drauf – ist meistens schwierig aus der aktuellen Forschung eindeutig

00:08:28: abzuleiten.".

00:08:31: Sie haben es schon angesprochen eine mitochondriale Dysfunktion hat dann verschiedene Auswirkungen.

00:08:38: Wie würden Sie sagen, dass so ein schleichender Prozess durch den modernen Lebensstil pathophysiologisch beschrieben werden kann?

00:08:44: Also wenn man anschaut anhaltende Übernährung, Bewegungsmangel, chronischer Stress.

00:08:50: Das sind die negativen Punkte des modernen Lebensstils.

00:08:54: Wie birgt sich das aus?

00:08:56: Was passiert

00:08:57: da?

00:08:59: Die Komponenten, die sie genannt haben Frau Schulze, das sind praktisch die Prädikate obesogenen Lebensstil, also des dickmachenden oder krankmachendem Lebensstils.

00:09:13: Und auf die Mitochondrien geguckt – ich hatte ja Eingangs erwähnt – die brauchen diese Rohstoffe aus der Ernährung um erst Energie zu machen ist das Problem dieses Lebensstills dass die Mithochondrien überfordert werden.

00:09:28: Das heißt sie werden überschwemmt mit leicht verfügbaren Zuckern Gerade wenn wir sie aufnehmen.

00:09:37: über Softdrinks ist das wirklich eine Bolus-Applikation und da kann sich jeder vorstellen, dass trotz der hohen Leistungsfähigkeit der Mitochondrien ein Großteil der Zucker gar nicht verarbeitet werden kann.

00:09:51: Und die Folge ist eben, dass dann die Nahrungskalorien, die ja im System sind, dann eben nicht zur Energie übersetzt werden zu biologischer... ATP-Energie, sondern in die Speicher gelangen.

00:10:08: Also klassischerweise ins peripherweiße Fettgewebe und immer mehr natürlich auch im Inderleber und auch auch im Muskel sich Fett ansammelt.

00:10:21: Das ist ein echtes Problem und wird tatsächlich zusätzlich noch kumuliert durch Bewegungsmangel.

00:10:31: Bewegung ist ein guter Stimulus für die Mitochondrien, die Energieproduktion anpassungsfähig zu halten.

00:10:46: wird zum Beispiel auch über Signalkaskaden, die durch reaktive Sauerstoff-Moleküle mitgetragen werden.

00:10:53: Also diese sogenannten Radikale vermittelt.

00:10:57: wenn dieser Bewegungsreiz zusätzlich zu der Überflutung mit Nährstoffen auch noch fehlt.

00:11:06: Werden die Mitochondrien zu Couchpotatoes im übertragenden Sinne?

00:11:11: Und können diese Massen an Nährstoffen einfach nicht mehr verarbeiten.

00:11:20: Der zusätzliche Schaden, der entsteht geht in die Richtung dass die Mitochondrien ihre Prozesse zur Regeneration und zur Abfallentsorgung nicht mehr aufrechterhalten können.

00:11:36: Das heißt sie sind praktisch unter einem Dauerbeschuss mit Nährstoffen und haben keine Pausenzeiten mehr, sich um Regeneration und Vitalisierung des Mitochondrien-Netzwerks in den Zellen, in den Organen zu kümmern.

00:11:54: Das sind Prozesse die mitochondriale Biogenese heißend Qualitätskontrolle, Mietophagie.

00:12:02: Und das sind tatsächlich vitalisierende Prozessen, biochemisch sehr komplex über die Jahrmillionen im komplexsten Lebewesen entwickelt haben und die unter diesem Dauerbeschluss mit Nährstoffen auch leiden, sodass dann immer mehr Fehlfunktion bei den Mitochondrien sich breitmachen.

00:12:29: Und das ist ein großes Problem und der Auslöser sind tatsächlich Komponenten, also Fehlernährung, Softdrinks, eine hohe Zuckerzufuhr.

00:12:42: Alles was auch in der diabetologischen Praxis eben bei den Betroffenen dann zum Vorschein kommt die Bewegungsarmut und wirklich ein großer Stressor für die Mitochondrien zusätzlich chronischer Stress.

00:12:59: Warum?

00:13:00: Weil die Stressantwort, die ja auch sehr komplex über die gesamte Physiologie läuft zusätzlich Energie braucht.

00:13:09: Zusätzlich über unseren Grundumsatz und dass eben die Mitochondrien heiß laufen lässt wenn diese Stress Antwort dauerhaft über Wochen Monate aufrechterhalten werden muss.

00:13:22: Und das ist eben noch eine zusätzliche Komponente Die dazu beiträgt dass die Mitochondrien in ihrer Funktion geschwächt werden.

00:13:34: Sie haben ja jetzt schon davon gesprochen, es hat sich ja jetzt auch gut gezeigt.

00:13:37: dieses weite Netzwerk viele Organe sind betroffen es spielt durch diesen oxidativen Stress auch in viele verschiedene Richtungen aus Wenn wir jetzt bei dem Typ II Diabetes noch mal bleiben, Sie haben es schon erwähnt ein bisschen das Hennei-Problem.

00:13:52: Ist es Ursache oder Folge von der Insulinresistenz?

00:13:56: Dass die Mitochontrien da nicht richtig funktionieren?

00:13:59: Oder ist es beides verknüpft in einer Art Teufelskreis?

00:14:02: Ja also letztes ist tatsächlich der Fall.

00:14:05: Also da gibt es Hinweise darauf dass so die systemische Stoffwechselentgleisung wo's ja auch durch den grad beschriebenen Lebensstil, ständig zu einer erheblichen Überversorgung mit leicht verfügbaren Brennstoffen kommt und das eben schädigend für die Mitochondrien.

00:14:32: Und eine geschädigte Mitochenpopulation führt dann wiederum dazu dass die Insulinresistenz sich weiter ausbildet also eskaliert und dadurch die systemische Stoffwechselantwort immer schlechter wird.

00:14:51: Und das ist so ein Teufelskreis, wo sich im Verbund die klinische Symptomatik und dass was im Zeltstoffwechsel, im Energiestoffwechsel mit Epicentrum-Meterondrien abgeht, sich gegenseitig verstärkt.

00:15:11: Es ist ein Teufelskreis, in dem Sinne so wie Sie es beschrieben haben wo die Pathogenese dann tatsächlich so ungebremst am Laufen gehalten wird.

00:15:25: Gibt es eigentlich spezifische Marker um diesen Prozess zu beurteilen auf sozusagen klinischer Ebene?

00:15:34: Das ist aktuell, das ist tatsächlich noch ein großes Problem.

00:15:38: also es gibt keinen einen Loot Marker, wo wir sagen können das sind ja das ist eine direkte Antwort auf eine Mitochondrien-Fielfunktion.

00:15:53: Die Diagnostik entwickelt sich aktuell und es werden eher indirekte Fußspuren sozusagen des mitochondrialen Stoffwechsels.

00:16:03: also ein ganz einfaches Beispiel ist das Verhältnis zwischen Laktat im Normalfall, zumindest wenn der Laktatspiegel über zwei Komma fünf Minimol pro Liter liegt bei zehn zu eins liegt.

00:16:23: Wenn das zugunsten von Laktat kippt ist das zumindest, wenn man uns in Verlauf sich anschaut, Ist das ein Hinweis darauf dass die Arrobe also die mitochondriale Energieerzeugung eher schlechter wird?

00:16:39: und zugunsten der aneierroben sauerstofffreien Glucolyse dann verschoben wird, was natürlich für eine effiziente Energieproduktion äußerst ungünstig ist.

00:16:52: Weil die Glycolyse Faktor-Fünfzehn weniger ATP produziert aus einem Glucosomolekül.

00:16:59: das ist ein einfacher Marker.

00:17:01: ich habe durch meine Rolle Als Berater habe ich natürlich auch einen Blick in wissenschaftliche Arbeiten, wo in den Laboren wirklich unter Volldampf gearbeitet wird, mitochondriale Stressmarker zu etablieren.

00:17:19: Und da werden wir in den nächsten Jahren auch in der herkömmlichen Labordiagnostik immer mehr Marker, auch validierte Marker nutzen können, wo wir einen ganz guten Blick auf den Status der Mitochondrien im Organismus auch bekommen.

00:17:38: Also aber Stand heute ist es ein großes Puzzlespiel, natürlich muss man auch grundsätzlich in der Befunderhebung immer die normalen klinischen Faktoren sich anschauen und dann wie in Zukunft die mitochondrialen Biomarka dann entsprechend ergänzen.

00:18:01: Ich habe irgendwo in Ihrem Buch das Wort Energievampire gelesen.

00:18:08: Was würden Sie sagen, wenn wir jetzt auf die diabetologische Praxis schauen?

00:18:12: Was wird da besonders unterschätzt?

00:18:14: Denken wir da eher an Polypharmazie oder dann den Sie schon besprochen haben, den chronischen Stress der dann doch in dem ganzen Netzwerk mit der Mütto-Kontrin einen größten Einfluss hat?

00:18:24: Ja also chronischer Stress ist tatsächlich nach meiner Einschätzung der größte Energiewampir.

00:18:34: Und es gibt auch eine immer größer werdende wissenschaftliche Community, die sagt das kann als Startschuss für viele sogenannte Volkskrankheiten nicht nur Typ zwei Diabetes sondern auch für Demenz Kann chronischer Stress Der Startblock sein.

00:18:55: Mit Blick auf die Mitochondrien hatte ich sehr schon gesagt die Stressreaktion Praktisch der gesamte Organismus, inklusive Nervensystem.

00:19:05: Großteil des Hormonsystems auf der Energiestoffwechsel beteiligt ist ein großer Stressor für die Mitochondrien weil sie eben für die Stressreaktion mehr Energie produzieren müssen.

00:19:21: und da gibt es einen Effekt der nennt sich allostatische Last hört sich jetzt kompliziert an.

00:19:29: Das ist nichts anderes als eine biologische Abnutzung.

00:19:33: Und die wird unter der chronischen Stressreaktion mit Blick auf die Mitochondrien, die ja keine Maschinen sind, sondern das sind biologisch Einheiten, organellen Zellorgane sozusagen galoppiert wie fort in dem Moment, wo chronischer Stress da ist.

00:19:53: D.h.,

00:19:55: dass es etwas was... auch in der diabetologischen Praxis, in der Befunderhebung eine Rolle spielen kann und wo nach meiner Einschätzung gerade im prädiabetischen Status, wo also der dekompensierte Typ II Diabetes noch nicht sichtbar ist.

00:20:17: Wo man auch ursächlich im Bereich Stressmanagement ansetzen könnte wartet bis die volle Symptomatik dann durchschlägt und dann offen gesprochen nur noch symptomatisch betreut wird, aber eine ursächliche Behandlung nur noch schwer möglich ist.

00:20:41: Also chronischer Stress, wo natürlich auch viele socioökonomische Faktoren als Katalysator dann auch noch eine Rolle spielt.

00:20:51: einer der oder der größte Energiewampir aus meiner Sicht.

00:20:57: Ein zweiter Punkt, der häufig unterschätzt wird oder nicht gewusst wird.

00:21:03: Mitochondrien brauchen sehr viele Mikronährstoffe so was vielleicht jeder schon mal gehört hat die gesamten B-Komplex Vitaminfamilie ja für den Energiehaushalt wichtig ist.

00:21:20: die setzt tatsächlich an unterschiedlichen Bereichen im mitochondrialen Stoffwechsel auch an.

00:21:27: Und jetzt komme ich zu Arzneimitteln, es ist bekannt dass Arzneiemittel, die im Bereich metabolisches Syndrom auch verwendet werden, Statine zum Beispiel oder mit Formin als Antidiabetikum das die verhindern diese Mikronährstoffe aus der Ernährung oder meines Weges auch aus Supplementen in den Körper gelangen.

00:21:57: Und bei Metformin ist es bekannt, dass da in Erster Linie das Vitamin B-II deutlich niedriger aufgenommen wird unter Metforminen als es eben ohne die Medikamentation der Fall ist.

00:22:15: und bei Statinen ist es die Produktion von Coenzyme Q-X.

00:22:23: Coencyme Q X ist ein wichtiger Elektronenüberträger im Kraftwerkblock, der Mitochondrien wird körperintern produziert.

00:22:36: Statine hemm einen Syntheseweg von Cholesterien und das Blöde ist derselbe.

00:22:43: Syntheseweg wird auch genutzt um Coenzyme Q-X zu produzieren.

00:22:49: Und es gibt Studien, die zeigen dass unter einer Statinbehandlung die Coencyme Qx Produktion sich halbiert und das ist etwas wo die Atmungskette der Kraftwerkblock der Mitochondrien drunter leidet wenn dieser Elektronenüberträger nicht mehr in ausreichender Menge da ist.

00:23:15: gut vorstellen, wenn man das weiß.

00:23:17: Es gibt noch andere Beispiele zu anderen Arzneimitteln, wo zum Beispiel die Protonpumpen mit Limitoren auch zugehören, wo die B-II aber auch die Magnesium und Calcium auch Eisenaufnahme reduziert wird, dass man da eben flankierend zur der arzneimittelbasierten Therapie noch eine entsprechende Supplementierung oder eine Ernährungsempfehlung ausspricht, um dieses drohende DFZ eben im Mikronährstoffbereich auch entsprechend zu kompensieren.

00:23:56: Sie haben jetzt schon von dem chronischen Stress gesprochen die Auswirkungen in der diabetologischen Praxis also welche Lebensstil basiert Intervention hat die stärkste Evidenz zur Verbesserung der mitochondrialen Funktion.

00:24:09: wenn wir für Trainingsform und Bewegung Also was empfehlen Sie da den Betroffenen, wo kann man da am besten eine Verbesserung erzielen?

00:24:20: Ja also Bewegungen ist tatsächlich aus dem Instrumentarium der lebensstilbasierten Maßnahmen die effektivste.

00:24:30: Wo man auch am schnellsten und das zeigen auch recht aktuelle Studien Bei Typ II Diabetikern eine deutliche Verbesserung auch der Mitochondrien-Fitness erreichen kann.

00:24:46: Auch der sonstigen Symptomatik, also das geht dann tatsächlich Hand in Hand.

00:24:52: Mitochen leben Routinen und Mitochanrieren lieben Impulse.

00:24:59: Das heißt meine Empfehlung orientiert sich auch an der WHO An der aktuellen WHO-Empfehlung, dreißig Minuten Bewegung am Tag.

00:25:10: Ich spreche nicht von Sport sondern Bewegung und wer es etwas professioneller aufsetzen möchte darf sich gerne natürlich immer mit Blick auf die persönliche Konstitution.

00:25:24: also da sollte man sich nicht überfordern an Protokollen vom High Intensity Intervall Training orientieren.

00:25:33: Da sind mich genau solche Intervalle eingestreut, wo die mitochondrieren Impulse bekommen.

00:25:43: Biogenese dann auch machen sich also vermehren und mehr Energie auch produzieren können.

00:25:50: Und das eben nicht nur für eine bessere Zellfunktion sondern insgesamt auch für weniger Erschöpfung bei den Betroffenen sorgt.

00:25:58: Also viele Adipose Typ zwei Diabetiker, die Multimorbiet dann meistens auch sind.

00:26:08: Klagen ja unter der dauerhaften Erschöpfung und das ist eben auch ein Zeichen dafür dass da die Mitochondrienpopulation im Zentrum des Energiestoffwechsels auf zellulärer Ebene eben nicht gut funktioniert.

00:26:23: und das kriegt man eben durch Bewegungsroutinen wirklich regelmäßigkeit.

00:26:30: gerne mal mit zehn Minuten pro Tag einsteigen, um einfach mit kleinen Schritten in diese Routine zu kommen und dann als Orientierung, um auf die hundertfünfzig Minuten moderater Bewegung dann zu kommen.

00:26:46: Pro Woche auf dreißig Minuten hochzuschrauben.

00:26:51: und viele wundern sich wie einfach das eigentlich geht Und müssen dieses Szenario, jetzt muss ich Sport machen.

00:27:02: Für viele ist das ja ein Horror und eine echte Barriere einfach gar nicht berücksichtigen sondern erst mal in Bewegung kommen.

00:27:11: Wenn es geht, mal einen Zwischensprint beim Nordic Walking einstreuen.

00:27:18: Das ist dann so ein Bewegungsimpuls den die Mitochondrien auch gerne aufnehmen und sich vermehren.

00:27:24: über Biogenese

00:27:27: Genau, und die dritte Säule wäre jetzt die Ernährungstherapie.

00:27:31: Sie sprechen da auch von einer mitochondrierend freundlichen Ernährungen.

00:27:35: Können sie da noch mal konkrete Impulse setzen wie sowas aussehen kann für Betroffene mit Typ II Diabetes?

00:27:42: Ja also da ist das Schöne dass ich das Rad gar nicht neu erfinde und das was so die großen Diabetesgesellschaften schon propagieren Auch tatsächlich das ist, was die Meteorondrien gut finden.

00:27:56: Also möglichst Zucker gerade in flüssiger Form weglassen.

00:28:03: Es ist übrigens keine gute Idee stattdessen Süßstoffe zu nehmen.

00:28:07: Ist natürlich dann Kalorien reduziert aber die machen auch viel im Organismus.

00:28:14: Das wäre jetzt ein anderes Thema.

00:28:16: also möglichst die auch weglassen Stark verarbeitete Lebensmittel sind ein echtes Problem, weil da gerade die Mikronährstoffzufuhr auch eher suboptimal ist.

00:28:32: Stattdessen ballaststoffreich und mit einem pflanzlichen Schwerpunkt.

00:28:40: Ballaststoffe profitieren nicht nur die Mikroorganismen in unserem Darm von, sondern sie machen da kurz kettige Fettsäuren draus und das sind dann auch tolle Brennstoffe für die Mitochondrien.

00:28:54: Im Übrigen gibt es tatsächlich eine Kommunikation zwischen dem Mikrobiom- und den Mitochenballaststoffen pflanzenbasiert also möglichst viele verschiedene Gemüsearten Obst in gewisser Menge ist natürlich immer das fructose Problem zu berücksichtigen, aber auch akzeptabel und auf die Fettsäuren geguckt wirklich hohe Qualität.

00:29:26: Also Omega-III-Fettsäuren, die DGE empfiehlt täglich zwei Hundert fünfzig Milligramm.

00:29:34: Ich bin da etwas Forscher.

00:29:38: bis ein Milligramm Eicosapentaensorbe, Dokosahexainsorbe im Verhältnis eins zu eins ist ein guter Einstieg und so kann man auch den Fettstoffwechsel deutlich unterstützen.

00:29:56: Und Mitochondrien auch wieder in diese metabolische Flexibilität bringen zwischen Zuckern und Fettsäuren auch zu Zwitschern in ihrer Energieerzeugung.

00:30:09: Also das sind so Eckpunkte, die sehr gut abgebildet werden durch die sogenannte Mediterrane oder auch nordische Diät – die sogenannten Wikinger-Diät, die eben pflanzenbasiert auch regional und saisonal orientiert ist Balascht auf Reich und wenn es auch die Fette, auch auf die Proteine dann kommt mit einer hohen Qualität arbeitet.

00:30:39: Und da ist man auch bei Diabetikern oder Betroffenen im prediabetischen Status gut aufgehoben, wenn man in dem Bereich auch die Ernährungsempfehlung ausspricht.

00:30:53: Sie haben jetzt sehr viele interessante praktische Beispiele genannt, wie man die mitochondriale Funktion unterstützen kann.

00:31:02: Wenn wir jetzt nochmal einen Schritt zurück auf die Forschung gehen?

00:31:05: Sie haben vorhin schon gesagt für sie ist so ein Zentrum diese Marker weiterzuentwickeln.

00:31:10: Gibt es noch einen anderen Bereich wo Sie sagen das wäre in der Grundlagenforschung wichtig dass da die Mitochontrien bedenken und dort weiter denken?

00:31:20: Ja also Sie haben völlig recht, also die Diagnostik hinkt da noch so ein bisschen hinterher.

00:31:29: Das wäre wirklich ein zentrales Asset was für die Integration in die diabetologische Praxis wirklich sehr wichtig wäre.

00:31:40: Der andere Punkt wo die Forschung auch sich sehr stark entwickelt aktuell hatte ich schon erwähnt diese Kausalzusammenhänge noch besser abzubilden.

00:31:54: Aktuell ist es nicht nur bei Typ II Diabetes, sondern auch bei Demenz nicht mehr als eine Hypothese das vielleicht sogar ein früher Ursprung der Pathogenese eine mitochondriale Fehlfunktion sein könnte.

00:32:14: Das ist eine Hypothese die in der Forschung bei Diabetes, auch bei Demenz überprüft wird.

00:32:24: Und wo ich mir schon erwarte dass wir in den nächsten Jahren mit einer sehr belastbaren Evidenz auf Antworten bekommen ob diese Hypothese so stimmt oder eben nicht.

00:32:39: wenn die Hypothese stimmt und sich die Mitte-Hondrien als Frühmarke etablieren lassen wäre das natürlich äußerst attraktiv eben auch in einer frühen Phase der Pathogenese entsprechende Interventionen zur Unterstützung der Mitochondrien machen zu können, um zu verhindern dass die klinische Symptomatik ausbricht.

00:33:00: Und das ist so diagnostische Biomarker tatsächlich praxisreif für die Mitochaundrien plus kausal Zusammenhänge und dieses Henne-Eiding in der Forschung auf solide Füße stellen.

00:33:16: Das sind die Bereiche, die ich sehe.

00:33:20: Sie haben gerade schon immer wieder den Einfluss Richtung Demenz erwähnt.

00:33:26: Wenn wir jetzt noch zum Schluss nochmal einen Blick über den Tellerrand der Diabetes und wo natürlich die Stoffwechsel als Grundlage zu betrachten ist, wenn wir den Blick darüber hinauswerfen.

00:33:36: Wo sehen Sie den größten Einfluss von medokontrealen Funktion oder Dysfunktion in anderen klinischen Bereichen, der vielleicht auch gar nicht so bekannt ist?

00:33:49: Ja, also Demenz wird zumindest so in der scientific community von immer mehr Kollegen auch als Typ drei Diabetes schon bezeichnet.

00:34:04: Das ist sicherlich ein Bereich wo abseits des ja seit zwanzig Jahren beforschten Mainstreams wo ja die Betta Amuluit Antikörper, Arzneimittel jetzt auch gerade auf den Markt gekommen sind.

00:34:23: Das heißt da mehr auch auf die Rolle der Mitochondrien geguckt.

00:34:30: das wird sicherlich in der Demenz Früherkennung und auch in der Therapie einen Durchbruch geben wenn das solider aufgesetzt wird.

00:34:44: eine andere ja, perspektivisch auch sicherlich Volkskrankheit.

00:34:51: Wo Mitochondrien auch im Zentrum der Forschung stehen ist so dieses Zwillingspaar Sakopeni frailty also Muskelschwund mit Kraftverlust Gebrechlichkeit wo auch sehr viele ältere Menschen drunter leiden viel zu früh ihre Mobilität und ihre Autonomie dadurch zu verlieren.

00:35:15: und da zeichnet sich auch ab, dass da die meteorontiale Fehlfunktion zumindest assoziiert ist.

00:35:24: Und die Forschung wird da auch herausfinden ob da die Fehlfunction in den Muskeln tatsächlich sogar ein Frühmarker in dieser Pathogenese sein könnte.

00:35:39: Da setzt sich schon darauf, dass die Forschung da viel mehr Erkenntnisse auch bringt und wir dann in der Praxis auch im Frühphasen der Pathogenese ansetzen können.

00:35:52: Vielen Dank für die sehr interessanten Einblick über die medikontriale Welt!

00:35:56: Ich bin sehr gespannt wie es sich weiterentwickelt und worüber wir dann vielleicht in einigen Jahren sprechen können was ich da getan hat in dem Feld und inwieweit das Einzug in den klinischen Alltag gehalten hat.

00:36:09: Sehr gerne Das war's schon.

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